Im Herzen der Toskana

Sanfte Hügel, mittelalterliche Altstädte und jede Menge gutes Essen: Die Toskana stand schon lange auf unserer Reiseliste. Anfang Mai machten wir uns deshalb mit dem eigenen Auto auf den Weg nach Italien. Unser kleines Haus mitten in der toskanischen Landschaft war der perfekte Ausgangspunkt, um bekannte Städte wie Pisa und Florenz zu besuchen – und Orte zu entdecken, die uns am Ende noch viel besser gefielen.

Nicht ganz akkurat, aber die Karte zeigt gut, wo wir uns in der Toskana hauptsächlich bewegten.

Ab in den Süden

Am 1. Mai starteten wir in Richtung Italien. Da wir die lange Fahrt gemütlich angehen wollten, legten wir unterwegs einen Zwischenstopp ein und verbrachten die erste Nacht in einem Autobahn-Hotel. Zugegeben, besonders romantisch begann unsere Reise damit noch nicht. Dafür konnten wir am nächsten Morgen ausgeruht weiterfahren.

Am 2. Mai erreichten wir die Toskana. Bevor wir unsere Unterkunft bezogen, führte uns unser erster Ausflug nach Pisa.

Pisa

Pisa ist natürlich vor allem für seinen schiefen Turm bekannt. Und obwohl man ihn schon unzählige Male auf Bildern gesehen hat, ist es doch noch einmal etwas anderes, direkt davorzustehen. Der Turm ist ohne Zweifel ein aussergewöhnlicher Anblick und durfte bei unserem Besuch natürlich nicht fehlen.

Wir beschränkten uns aber nicht nur auf den berühmten Fotospot, sondern erkundeten auch die historische Altstadt. Abseits des Turms und der dort ansässigen «Been there, done that» Touristen, wurde es deutlich ruhiger und wir konnten einen ersten Eindruck vom italienischen Stadtleben gewinnen.

Nach einem leckeren Mittagessen in den Gassen Pisas fuhren wir weiter nach Gambassi Terme, wo wir für die kommende Woche unser Zuhause bezogen.

Unser Haus in Gambassi Terme

Unsere Unterkunft war ein kleines Haus, das wir über Airbnb gebucht hatten. Besonders beeindruckt hat uns der wunderschöne Ausblick über die Landschaft der Toskana. Hügel, Felder und kleine Ortschaften bildeten genau die Kulisse, die wir uns für diese Reise vorgestellt hatten.

Das Haus war zudem ein idealer Ausgangspunkt für unsere Tagesausflüge. Statt jeden Tag die Unterkunft zu wechseln, konnten wir morgens in aller Ruhe losfahren und abends wieder an denselben Ort zurückkehren.

Überhaupt wollten wir diese Reise bewusst gemütlich angehen. Es ging uns nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit abzuhaken. Wir wollten durch Altstädte schlendern, gut essen und die Atmosphäre der Toskana geniessen.

Siena

Am 3. Mai besuchten wir Siena. Schon beim Spaziergang durch die engen Gassen wurde deutlich, weshalb die Stadt zu den bekanntesten Zielen der Toskana gehört.

Die historische Altstadt mit ihren alten Gebäuden, kleinen Plätzen und verwinkelten Strassen versetzte uns stellenweise zurück in eine andere Zeit. Im Zentrum liegt die eindrucksvolle Piazza del Campo, umgeben von der charakteristischen Architektur Sienas.

Wir liessen uns ohne grossen Zeitdruck durch die Stadt treiben und genossen die besondere Atmosphäre. Genau solche Altstädte waren es, die uns während dieser Reise besonders in Erinnerung blieben.

San Gimignano – die positive Überraschung

Am 4. Mai führte uns unsere Reise nach San Gimignano. Die kleine Stadt war für uns eine der grössten Überraschungen der gesamten Woche.

Schon von Weitem prägen die markanten Türme das Bild der Stadt. Innerhalb der alten Mauern erwarteten uns enge Gassen, historische Gebäude und zahlreiche kleine Geschäfte und Restaurants. San Gimignano wirkte überschaubar und gleichzeitig voller interessanter Ecken.

Besonders schön war unser Mittagessen. Gutes Essen gehört in Italien zwar grundsätzlich zum Pflichtprogramm, doch dieses Mittagessen blieb uns besonders positiv in Erinnerung. In einer kleinen Seitengasse entdeckten wir ein Restaurant mit einer einfachen aber hervorragenden Speisekarte. Wir konnten uns Zeit lassen, die Atmosphäre geniessen und anschliessend weiter durch die Altstadt schlendern. Bei diesem Mittagessen versuchten wir auch das typisch toskanische Dessert «Cantuccini mit Vin Santo». Einzigartig, aber nicht unser Geschmack.

San Gimignano bot für uns genau die Mischung, die wir uns von der Toskana erhofft hatten: eine wunderschöne Altstadt, italienisches Lebensgefühl und eine entspannte Atmosphäre. Der Ort entwickelte sich damit zu unserem persönlichen Favoriten der Reise.

Florenz

Am 5. Mai stand Florenz auf dem Programm. Die Hauptstadt der Toskana ist weltberühmt für ihre Kunst, Architektur und Geschichte. Entsprechend gross waren unsere Erwartungen.

Unser besonderes Ziel an diesem Tag war der Palazzo Vecchio. Das eindrucksvolle Gebäude kannten wir bereits aus der Verfilmung eines Romans von Dan Brown. Umso spannender war es, die aus dem Film bekannten Räume und Schauplätze nun mit eigenen Augen zu sehen.

Der Palazzo Vecchio war definitiv einen Besuch wert. Die prachtvollen Räume, langen Gänge und zahlreichen Kunstwerke vermittelten einen guten Eindruck von der Bedeutung und Geschichte des Gebäudes.

Natürlich erkundeten wir auch weitere Teile der Stadt. Florenz besitzt viele beeindruckende Bauwerke und weltbekannte Sehenswürdigkeiten. Trotzdem sprang der Funke bei uns nicht vollständig über.

Noch einmal Florenz – die Uffizien

Da es in Florenz viel zu sehen gibt, kehrten wir am 6. Mai noch einmal zurück. Diesmal besuchten wir die Gallerie degli Uffizi.

Die Uffizien gehören zu den bekanntesten Kunstmuseen der Welt und beherbergen eine riesige Anzahl an Gemälden und anderen Kunstwerken. Selbst wer sich nicht besonders intensiv mit Kunstgeschichte beschäftigt, erkennt hier einige bekannte Motive wieder.

Die Grösse der Sammlung ist beeindruckend. Gleichzeitig benötigt man für einen Besuch genügend Zeit und Aufmerksamkeit. Nach zahlreichen Sälen, Gemälden und kunstvollen Decken hatten wir am Ende vermutlich mehr Kunst gesehen, als wir an einem einzigen Tag verarbeiten konnten.

Florenz konnte uns mit seinen Sehenswürdigkeiten durchaus beeindrucken. Insgesamt hatten wir uns von der Stadt aber etwas mehr erhofft. Einige Bereiche wirkten auf uns nicht besonders gepflegt, und die Stadt als Ganzes gefiel uns weniger gut als andere italienische Metropolen, die wir bereits besucht hatten.

Rom und Venedig haben bei uns einen deutlich stärkeren Eindruck hinterlassen. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und Florenz wird vermutlich trotzdem für viele Besucher ein Höhepunkt ihrer Italienreise sein. Für uns lagen die schönsten Momente dieser Reise jedoch eher in den kleineren Städten der Toskana.

Livorno – ein Tag am Meer

Nach zwei Tagen voller Kunst und Geschichte zog es uns am 7. Mai ans Meer. Unser Ziel war Livorno.

Die Hafenstadt bildete einen deutlichen Kontrast zu den mittelalterlichen Orten im Landesinneren. Statt Hügeln, Türmen und engen Gassen bestimmten hier Wasser, Hafenanlagen und das maritime Stadtbild unseren Besuch.

Wir erkundeten Livorno in unserem gewohnt gemütlichen Tempo. Nach den regnerischen Tagen in Florenz tat es gut, wieder etwas Sonne zu geniessen und einfach durch die Stadt zu spazieren.

Livorno war vielleicht nicht der spektakulärste Ort unserer Reise, brachte aber willkommene Abwechslung in unsere Rundfahrt.

Certaldo

Am 8. Mai besuchten wir Certaldo. Der Ort war auf unserer ursprünglichen Route vielleicht weniger prominent als Pisa, Siena oder Florenz, passte aber perfekt zu unserer Reise.

Auch hier erwartete uns eine historische Altstadt mit alten Gebäuden, ruhigen Gassen und viel italienischem Charme. Certaldo war deutlich beschaulicher als Florenz und genau das gefiel uns.

Während bekannte Städte oftmals von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten führen, konnten wir hier einfach durch die Strassen schlendern und die Umgebung geniessen. Certaldo war damit ein schöner Abschluss unserer Ausflüge durch die Toskana.

Die verbleibende Zeit verbrachten wir rund um unser Haus und liessen die Eindrücke der Woche noch einmal auf uns wirken. Am 10. Mai machten wir uns schliesslich mit vielen schönen Erinnerungen auf den Heimweg.

Unser Fazit

Unsere Reise durch die Toskana war genauso, wie wir sie uns erhofft hatten: entspannt, abwechslungsreich und voller gutem Essen. Wir hatten genügend Zeit, um die verschiedenen Orte zu erkunden, ohne jeden Tag von einem Programmpunkt zum nächsten hetzen zu müssen.

Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die wunderschönen Altstädte und die Landschaft rund um unser kleines Haus in Gambassi Terme. Die Unterkunft mit ihrem fantastischen Ausblick war der perfekte Ausgangspunkt für unsere Ausflüge.

Florenz konnte unsere hohen Erwartungen nur teilweise erfüllen. Die bekannten Sehenswürdigkeiten, der Palazzo Vecchio und die Uffizien waren ohne Zweifel sehenswert. Insgesamt wirkte die Stadt auf uns aber weniger gepflegt, als wir es erwartet hatten. Mit Rom und Venedig haben wir in Italien bereits Städte besucht, die uns deutlich besser gefielen.

Die positive Überraschung unserer Reise war San Gimignano. Die Türme, die überschaubare Altstadt und unser wunderbares Mittagessen sorgten dafür, dass uns dieser Ort besonders gut in Erinnerung blieb.

Die Toskana hat uns gezeigt, dass nicht immer die grössten und bekanntesten Städte die schönsten Reiseerlebnisse bieten. Manchmal sind es ein gemütliches Mittagessen, eine ruhige Gasse oder der Ausblick von der eigenen Terrasse, an die man sich später am liebsten erinnert.

Jeanine und Michael

Similar Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert